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Die Schwestern

Ein Ziel – eine Gemeinschaft

Die Zisterzienserinnen-Gemeinschaft von Wurmsbach am Oberen Zürichsee. Zehn Schwestern, darunter eine Schwester mit Zeitlicher Profess. Sie sind ganz unterschiedlich: Zehn Persönlichkeiten mit verschiedenen Alter, mit verschiedenen Ausbildungen und Fähigkeiten. Der Ruf in die Nachfolge Jesu, das ist es, was sie verbindet, darauf haben sie ihr Leben ausgerichtet.

Zusammen. Eine Gemeinschaft von Frauen, in der sich jede einzelne mit ihren ganz persönlichen Talenten und Kompetenzen einbringt. So entsteht aus individuellen Stärken ein wertvolles Ganzes.

Gemeinschaft ist Geschenk und herausfordernde Aufgabe. Darum gibt es neben Zeiten der Stille auch Orte der Begegnung, der Kommunikation. Zum Beispiel die Freitagssitzung zur Wochenplanung. Und ebenso regelmässig treffen sich die Schwestern zum Konventgespräch. Eine breit gefächerte Themenpalette kommt da zur Sprache: Spirituelle Fragen, aktuelle Aspekte der Gesellschaft wie Nachhaltigkeit usw., oder es wird über einen Film ausgetauscht. Und es gibt wie überall Projekte zu planen, Konflikte zu klären, von Weiterbildungen oder Erlebnissen zu berichten und einander zu danken. Offenheit, Empathie und eine gesunde Portion Humor sind gefragt.

Sr. M. Monika Thumm, Äbtissin | Sr. Monika hat nicht nur viele Talente, sondern auch sehr viele Aufgaben. Ihre erste Aufgabe ist es, jede Schwester persönlich sowie die Gemeinschaft als Ganze auf ihrem spirituellen und menschlichen Weg zu begleiten. Ihre geistlichen Impulse stärken die Sehnsucht nach Gott und motivieren zur lebendigen Christusnachfolge. Sie sind so alltagsbezogen wie tief und fordern heraus. - Lesen Sie den Pfingstimpuls vom 31.5.2020!

Als Äbtissin ist Sr. Monika natürlich auch die erste Ansprechperson des Klosters nach aussen und hat dadurch viele Anfragen und Aufgaben zu erfüllen. Sie ist Leiterin und Verwalterin und auch eine echte Künstlerin: Als Musikerin komponiert sie – oft nach Bibeltexten – mehrstimmige Gesänge, welche im täglich gesungenen Chorgebet und auch in den Sonntagsgottesdiensten erklingen. Ihre Stücke sind auch auf CD zu hören. Hier geht's zu einem Beitrag im Schweizer Radio über Äbtissin Monika Thumm und ihre Kompositionen - und hier zum neuesten Interview auf kath.ch und einem Porträt in der Linthzeitung.

Sr. Monika hat nicht nur ein feines Gehör, sondern auch ein Auge fürs Schöne und darum viel Freude am Fotografieren der Natur. Als Äbtissin hat sie aber vor allem im Kloster den Überblick. So sieht sie das grosse Ganze genauso klar wie die kleinen Details. Sie versteht die Vergangenheit, lebt in der Gegenwart und bereitet Tag für Tag die Zukunft vor.
Lesen (und hören) Sie ihre Inspirationen zum Evangelium am 17.5.2020 / zu Psalm 98/Psalm 85/Psalm 2/Psalm 65 /Psalm 1

Äbtissinnenweihe 27.5.2000

Sr. M. Andrea Fux, Priorin | Sie unterstützt als Priorin Äbtissin Monika in ihrem Amt und ist mitverantwortlich im Noviziatsteam. Sie ist ein richtiges Energiebündel. Das muss sie auch sein: Als Schulleiterin des Mädcheninternats, das noch bis im Sommer 2021 besteht, braucht sie jeden Tag eine Extraportion Energie. Sie trägt nicht nur die Verantwortung für die Schülerinnen und koordiniert Lehrpersonen und Internatsmitarbeitende, sondern unterrichtet selbst Berufs- und Menschenkunde, leitet den Schulchor und ist im Internat die zentrale Ansprechperson für Schülerinnen und Eltern. Im Klosterleben unterstützt und verschönert sie die Liturgie als Kantorin mit ihrer warmen Altstimme, nicht selten kombiniert mit Celloklängen.

Ob Schulbetrieb oder Klostergemeinschaft, Sr. Andrea kann begeistern und mitreissen. Und sie schaut immer nach vorne. Ob Internat oder Internet, überall entdeckt sie neue Chancen und bringt frischen Wind und Bewegung in die Prozesse. Und wenn es Probleme gibt? – Dann erst recht! Denn dann kommen Sr. Andrea’s Qualitäten als unerschrockene Problemlöserin erst richtig zum Zug. - Hier geht's zu einem Porträt (PDF Zeitungsartikel).

Sr. M. Luzia Wittenweg | Sie ist nicht nur Ordensschwester, sondern  war lange Jahre auch Krankenschwester. In dieser Funktion pflegte sie die kranken und betagten Mitschwestern mit viel Hingabe oft Tag und Nacht. Zugute kam ihr dabei ihre grosse Ausdauer und Hilfsbereitschaft.  Nun kann sie es, alterbedingt, etwas ruhiger nehmen. Und wenn mal ein Löffel Honig zur Besserung einer Krankheit beitragen könnte, ist sie an der Quelle: Als leidenschaftliche Imkerin betreut sie die Bienenvölker des Klosters.

Als ehemalige Klosterschneiderin ist sie seit Langem für die Wäschepflege verantwortlich. Ihre bodenständige, geerdete Gelassenheit und ihr trockener Solothurner Humor bereichern die lebensfrohe Atmosphäre der Gemeinschaft immer wieder. – Vor vier Jahren feierte sie mit einer grossen Festgemeinschaft ihr Goldenes Professjubiläum.

Sr. M. Assumpta Emmenegger | Sr. Assumpta betreute lange Zeit die Klosterküche und bereitete das Zmorge und teilweise das Znacht zu. Nun könnte sie etwas leiser treten. Trotz ihres vorgerückten Alters setzt sie sich aber immer noch mit Engagement und Freude für andere ein und kümmert sich auch mit viel Hingabe - gemeinsam mit Sr. Luzia - um unsere Bienen. Als grosse Beterin bringt sie die Anliegen vieler Menschen vor Gott.

In den Ferien reist Sr. Assumpta gerne in ihre Heimat, ins Entlebuch. Sie freute sich riesig auf ihr Geschenk zum 80. Geburtstag: Ihren ersten Flug. Und zwar an einen ganz speziellen Ort, nämlich nach Lourdes. Mit grosser Freude erzählte sie danach von den vielen eindrücklichen Momenten am bekannten Pilgerort in Frankreich.

Sr. M. Madeleine Federspiel | Bei Sr. Madeleine steht die Zeit nie still: Als Gastgeberin empfängt und verwöhnt sie die Gäste im Lichthof, als Telefonistin ist sie eine wichtige Schnittstelle zur Aussenwelt. Sie erledigt Administratives, erfüllt viele kleine und grössere Dienste im Kloster, im Lichthof und im Mädcheninternat.

Im Festkomitee des Klosters sorgt die Bündnerin immer wieder für phantasievolle Geburtstags- und Namenstags-Überraschungen. Nicht weniger bunt und unvergesslich sind ihre illustierten, blumigen Schilderungen der Ferienerlebnisse in Briefform. Als «Reisebüro» in Personalunion kennt sie die schönsten Wanderungen in Graubünden. Und wenn mal zuwenig Zeit für eine grosse Tour ist, dann schnappt sich Sr. Madeleine einfach ihr Velo, setzt den rassigen Helm auf und pedalt gutgelaunt dem Seeufer entlang.

Sr. M. Ruth Helbling | Blumen und Kräuter, Tees und Salben: Das Reich von Sr. Ruth ist der grosse Klostergarten. Hier erntet die passionierte Gärtnerin die Pflänzchen und Kräutchen für den Kloster-Tee und für Wawusa, ihre legendäre Wallwurzsalbe. In ihren Händen liegt auch der Blumenschmuck der Klosterkirche, des Klosters und der Schule. Sie erweist sich darin als echte Künstlerin: Blumengestecke und Bouquets sind wahre Symphonien aus wohlklingenden Farbakkorden und Formenspielen.

Bei Festen kommen ihr Humor und ihre schauspielerischen Fähigkeiten zum Tragen. Sie verblüfft die Mitschwestern aber nicht nur in zahlreichen Rollen, sondern auch mit ihrem phänomenalen Erinnerungsvermögen. Als «lebendes Archiv» kann sie viele weit zurückliegende Ereignisse bis ins Detail beschreiben. Sr. Ruth hörte die Glocken der Klosterkirche übrigens schon im Mutterleib, denn sie ist zusammen mit ihren acht Brüdern nur einige hundert Meter vom Kloster entfernt im Auhof aufgewachsen.

Sr. M. Rebekka Bühlmann | Sr. Rebekka ist äusserst vielseitig begabt. Als begabte Bäckerin und Köchin sorgt oft für besonders leckere Zvieris. Und sie hat eine überaus kreative Ader: Malen und Zeichnen, Kalligraphie und Handlettering, Basteln und Werken. Zudem ist Sr. Rebekka auch sehr geschickt und praktisch veranlagt. Das nützt der Gemeinschaft auch im Alltag, wo sie nicht selten als Spezialistin für «technische Herausforderungen im Haushalt» etwas im Nu wieder ins Lot bringt. Seit Längerem besucht sie eine Weiterbildung im Bereich der Aktivierung älterer Menschen.

Als engagierte Kantorin ist sie natürlich auch beim Musizieren und dem Chorgebet immer mit von der Partie. Sr. Rebekka ist ein ruhender Pol in der Gemeinschaft, der aber nicht still steht: Immer wieder inspiriert sie die Gemeinschaft mit frischen Ideen. Dabei spielt auch ihre Affinität zu modernen Medien eine Rolle. Sr. Rebekka stammt aus Luzern. Sie ist eine ehemalige Internats-Schülerin, wie auch Sr. Luzia, Sr. Ruth und Sr. Andrea.

Sr. Maria Magdalena Dirks | Sr. Maria Magdalena ist sehr interessiert und auch bestens informiert: Sie weiss viel über das aktuelle Weltgeschehen und auch sehr fundiert über Kirchliches Bescheid. Durch zahlreiche Kontakte im In- und Ausland ist sie beinahe mit dem ganzen Zisterzienserorden vernetzt und kennt sich auch in Ordensangelegenheiten bestens aus. Die ursprünglich aus Münster stammende Schwester ist längst eingebürgert. Ihre geradlinige und offene Art hat sie aber behalten, damit setzt sie einen wichtigen Akzent in der Gemeinschaft.

Man trifft die stille Schafferin in der Sakristei, im Nähzimmer, als Telefonistin oder beim Gestalten von Tauf-, Firm- und Osterkerzen. Und wenn die Jahreszeit und Wetter es zulassen, ist die Naturliebhaberin nicht selten im «hortus claustralis» am Jäten. So unermüdlich wie gründlich.

Sr. Marianne-Franziska Imhasly | Sie trägt unter anderem die Verantwortungen einer Subpriorin. Als promovierte Historikerin unterrichtet Sr. Marianne-Franziska in der Schule nebst Deutsch natürlich Geschichte. Aber sie lehrt nicht nur Geschichte, sie schreibt selbst Geschichte: Im Klosterarchiv verfasst sie die aktuellen Kapitel der uralten Klosterchronik. Bei Klosterführungen führt sie die Gäste mit einem profunden Wissen in längst vergangene Wurmsbacher Zeiten zurück, erzählt lebendig und fesselnd aber auch von Heute. Als Mitglied im Noviziatsteam unterrichtet sie Kirchen- und Ordensgeschichte. Und das alles in ihrem unverkennbaren Walliser-Dialekt.

Nebst Geschichte haben es Sr. Marianne-Franziska aber auch Geschichten angetan. Ihre Liebe gehört der Literatur. Und wenn eine Mitschwester oder eine Internatsschülerin ein spannendes Bibliotheksbuch sucht oder einfach einen guten Tipp, ist sie bei ihr immer an der goldrichtigen Adresse. Die unkomplizierte Vollblut-Lehrerin kann junge Menschen mitreissen und begeistern, mit Impulsen die Gemeinschaft beleben und so bei Jung und Alt für Horizonterweiterung sorgen. Das braucht Kraft. Ihre Akkus füllt sie in der Stille der Natur, am liebsten bei Wanderungen in den Bergen.

Sr. M. Sara Kissling | Sr. Sara ist die Schwester mit Zeitlicher Profess (siehe Fotos). Das Foto zeigt sie hier noch als Novizin. Was sie macht, macht sie tatkräftig, neugierig und engagiert. Die ehemalige Pflegefachfrau und Musikpädagogin ist vielfältig tätig. Sie bereichert die Musik als Violinistin und Sängerin. Neu ist sie auch im Gästehaus anzutreffen und sie kreiert feine Marmeladen für unsere Boutique. Ihre musikalische Ader ist zudem gefragt beim Rhythmus-Unterricht bei unseren jüngsten Schülerinnen.

Sr. Sara war in letzter Zeit viel «auf Achse», denn sie ist in ihrer Ausbildung zur Ordensfrau. Sie nahm an Wochen-Seminaren teil und reiste dafür regelmässig nach Deutschland, Österreich oder in ein anderes Kloster in der Schweiz, denn ein Teil ihrer Ausbildung geschieht gemeinsam mit anderen jungen, benediktinisch geprägten Ordensleuten. (In der jetzigen «Coronazeit» ist das natürlich etwas eingeschränkt ...) Und was ganz speziell ist: Eine Schwester mit Zeitlicher Profess - die ja selbst noch nicht «richtig eingekleidet» ist –  kleidet die Schwestern ein, denn sie nähte für alle die neuen Kukullen.

Ein kurzer Nachruf für Sr. M. Clara Romer - Link zur Todesanzeige | Sr. Clara hat in ihrem Leben sehr viel gearbeitet. Während dreissig Jahren war sie Äbtissin des Klosters und hat dabei wesentliche Impulse für eine zeitgemässe Erneuerung des Ordenslebens initiiert.
Mit über 90 Jahren durfte sie es ein bisschen gemütlicher nehmen. Und das machte sie auch: Sie lebte in ihrem Zimmer mit Seesicht, strickte viel und setzte Puzzles zusammen. Aber sie verschönerte auch das Leben der Gemeinschaft: Ihr offenes Ohr, ihr weites Herz und nicht zuletzt ihr Humor und ihre Schlagfertigkeit waren für die Gemeinschaft eine grosse Bereicherung.

Als mütterliche Frau war sie allen ein Vorbild und zeigte mit ihrer Gottverbundenheit, ihrem sprichwörtlichen Schalk und ihrer positiven Einstellung und Dankbarkeit, dass das Altwerden trotz mancherlei Gebresten schön sein kann. Am 26. November 2019 ging sie heim zu ihrem Schöpfer. Begleiten wir sie mit unserem Gebet.

Äbtissin 1970-2000