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Noviziat-Blog: März bis April

Ostern und Arbeitsbereiche

Die Zeit verfliegt. Inzwischen sind schon mehr als drei Monate seit unserem Eintrittstag Mitte Januar vergangen, ein Viertel des Postulats also. Anfangs noch Ungewohntes wurde in dieser Zeit mehr und mehr Alltag, sodass ich inzwischen sagen kann, ich habe mich gut im Kloster eingelebt.

Intensive Wochen liegen hinter uns: die Fastenzeit, die Karwoche und dann als Höhepunkt des Kirchenjahres: Ostern. Zum ersten Mal durfte ich diese besonderen Zeiten im Kloster miterleben. Über die Ostertage waren acht Sängerinnen und Sänger des neuen Angebots „Ostern im Kloster“ bei uns zu Gast. Für die Teilnehmenden standen in diesen Tagen Musik und Spiritualität im Fokus. An den geistlichen Impulsen von Äbtissin Monika zu den Kar- und Ostertagen konnte auch ich teilnehmen und so eine neue Perspektive auf diese besondere Zeit gewinnen. Gemeinsam mit Mitgliedern unseres Vokalensembles und unterstützt durch Mitwirkende aus der Klostergemeinschaft haben die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Äbtissin Monika die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen musikalisch gestaltet. Eine grosse Bereicherung für alle Mitfeiernden!

Neben der persönlichen Vorbereitung auf Ostern war die Karwoche von vielen weiteren Vorbereitungen geprägt. In diesen Tagen wurde deutlich spürbar: Nur wenn jede ihren Teil beiträgt und alle zusammenhelfen, kann Ostern werden. So stand beispielsweise die festliche Dekoration der Kirche, des Klosters und des Gästebereichs mit farbenfrohen Blumen auf dem Programm. Ebenso wie allerhand Vorbereitungen für das gemeinsame Osterfrühstück, zu dem am Ostersonntag alle Mitfeiernden im Anschluss an die Osternacht eingeladen waren. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an unsere vier Auszeit-Mädls für Eure tatkräftige Unterstützung in diesen Tagen! Eine grosse Ehre und ein persönliches Highlight war es für mich, dass ich in diesem Jahr das Osterfeuer machen durfte. Für mich eine Premiere. Früh aufstehen war also angesagt. Pünktlich um halb vier habe ich das Feuer angezündet, so dass zu Beginn der Osternacht alles parat war.

Nach den Festtagen ist auch bei uns im Kloster wieder der Alltag eingekehrt und alle gehen ihren Aufgaben nach. Bei mir gehört dazu unter anderem die Anleitung der Auszeit-Gruppen. Angefangen bei der Planung der Arbeitseinsätze bis hin zur tatsächlichen Umsetzung verschiedener Projekte. Mal findet man mich dabei bei der gemeinsamen Arbeit mit den „Auszeitlern“, mal eher die anstehenden Aufgaben erklärend oder im Hintergrund für Fragen verfügbar.

Der Frühling hat sich in den letzten Wochen von seiner schönsten Seite gezeigt und lockt uns häufig mit viel Sonne und (fast) sommerlichen Temperaturen nach draussen. Im Garten wartet viel Arbeit und so hatte ich in den vergangenen Wochen auch hier den ein oder anderen Arbeitseinsatz. Zahlreiche Beete müssen für die Ansaat vorbereitet, Hochbeete neu mit Erde befüllt, Bänke und ein Balkon geschliffen und neu gestrichen werden. Und doch habe ich neben all der Arbeit versucht, mir ab und an auch einen Moment Zeit zu nehmen und einfach nur zu Sein. Die warme Sonne auf der Haut zu geniessen. Die Natur beim Spriessen und Wachsen zu beobachten. Pünktlich zu Ostern blühten die Narzissen und Tulpen im Klostergarten in voller Pracht.

Doch nicht nur die Natur erwacht zum Leben. Auch die Tiere werden immer aktiver, so auch unsere Klosterbienen. An warmen Frühlingstagen fliegen sie unermüdlich. In der Imkerei gibt es jetzt also ebenfalls viel zu tun. Wie es der Zufall so will, konnte ich bereits in meiner Kindheit und Jugend erste Erfahrungen beim Imkern sammeln: Mein Vater hatte einige Bienenvölker und ich habe diese Arbeit schon damals lieben gelernt. Es war also naheliegend, dass ich mich zukünftig in diesem Bereich mit einbringe und unsere Imkerin hier im Kloster, Sr. Marianne-Franziska, bei der Arbeit mit den Bienen unterstütze. Auch für unsere Auszeit-Teilnehmerinnen gab es in den vergangenen Wochen einige Arbeitseinsätze für die Imkerei. Dank ihres tatkräftigen Einsatzes sind wir nun parat für den Sommer und freuen uns auf neuen Klosterhonig. Doch bis es so weit ist, dauert es noch einige Monate.

Ein weiterer meiner Aufgabenbereiche ist die Mitarbeit im Kommunikationsteam. Hier ist Kreativität gefragt, beispielsweise wenn es um Ideen für Beiträge auf den Social-Media-Kanälen oder die Gestaltung der Website geht. So manches Mal schlüpfe ich in dieser Funktion auch in die Rolle der Fotografin, sei es, um den Kloster- und Auszeit-Alltag zu dokumentieren oder auch um besondere Momente und Anlässe festzuhalten.

Ein Leben im Kloster sei ruhig und eintönig, diese Meinung ist auch heute noch weit verbreitet. Doch wie Du siehst, ist dem nicht so. Hier ist eigentlich immer etwas los, Langeweile kommt nicht auf. Auch die ein oder andere unvorhergesehenen Situation erfordert so manches Mal Flexibilität und kreative Lösungen. Doch genau das macht den Alltag spannend. Und durch die verschiedenen Aufgabenbereiche, in denen ich mich einbringen darf, gestaltet sich mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Denn wer kann im normalen Berufsalltag schon von sich sagen, manchmal an einem Tag sowohl im Büro wie auch als Gärtnerin, in einem sozialen Bereich und als Imkerin, ja manches Mal vielleicht auch noch als Schreinerin, gearbeitet zu haben. Ein grosses Geschenk also, diese Vielfalt!

Und doch ist die Arbeit nur ein Bestandteil des klösterlichen Lebens und keineswegs der Wichtigste. Denn wie es so schön heisst, gilt auch bei uns: "ora et labora et lege". In den kommenden Blog-Beiträgen biete ich Dir gerne weitere Einblicke ins Klosterleben und halte Dich über meine Erlebnisse im Postulat auf dem Laufenden.

Ich freue mich, wenn Du weiter mit dabei bist und meinen Blog verfolgst. Gerne kannst Du mir Deine Fragen schicken an: noviziat@klostermariazell.ch

Herzliche Grüsse aus Wurmsbach
Lydia


PS: Wenn du mehr über den Weg ins Kloster erfahren möchtest, findest du einiges dazu auf unserer Website und auch in unserem Berufungsbuch "Meinst du mich, Gott?".

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