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Noviziat-Blog: Januar bis Februar

Der Eintritt

Januar 2026! Gerade erst war Silvester, wir haben mit unseren Familien das neue Jahr begrüsst und schon soll es losgehen. Ein grosses Abenteuer steht uns bevor: Das Postulat im Kloster Mariazell am Oberen Zürichsee. Für uns beide heisst das, Sachen packen und auf in die Schweiz.

Wenn da nicht das Sturmtief Elli wäre … Lydia reist aus Süddeutschland an und schafft es noch vor Beginn des Unwetters ins Kloster. Doch kurz darauf versinkt der Norden im Schneechaos. Die Autobahn ist stundenlang gesperrt, Züge fallen aus und Flieger bleiben am Boden. Gwyneth sitzt fest. Erst einige Tage später, als sich das Wetter wieder beruhigt hat, kann auch sie endlich die Reise nach Wurmsbach antreten. Pünktlich zum 15. Januar, dem Gedenktag von Maurus und Placidus, der ersten Schüler des Heiligen Benedikt, schlüpfen auch wir in die Rolle der Ordensschüler und beginnen unsere Probezeit als Postulantinnen. Jetzt heisst es, ein Jahr lang erforschen und fühlen, ob das Klosterleben für uns etwas von Dauer sein könnte.

Die erste Zeit bringt viel Neues. Wir beide kennen das Kloster Mariazell bereits gut, haben über einen längeren Zeitraum bei Besuchen, gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Feiern, die Schwestern und die Räumlichkeiten kennengelernt. Doch es gibt noch eine Menge zu entdecken. Gleich nach dem ersten Abendessen mit den Schwestern im Refektorium, sehen wir zum ersten Mal unsere Zimmer. Und nicht nur die. Wir bekommen auch eine eigene Noviziatsstube und ein Studierzimmer. Damit wir für Bootstouren auf dem Zürichsee trainieren können, gibt’s sogar ein Sportzimmer mit Rudergerät ;)  Die Schwestern habe keine Mühen gescheut. Die Zimmer sind frisch hergerichtet und sogar grössere Umstrukturierungen hat es gegeben. Extra für uns. Wir freuen uns sehr über so viel Engagement und die Herzlichkeit, mit der wir empfangen werden.

Die folgenden Tage sind ausgefüllt mit dem Einrichten der Zimmer, Eingewöhnen und Erkunden der neuen Umgebung. Noch ist es kalt in Wurmsbach. Der Klostergarten, den wir aus dem Frühling und Sommer in voller Blüte kennen, liegt für die ersten zwei Wochen unter einer dichten Nebeldecke. Der erhoffte Schnee lässt auf sich warten, nur ein paar kleine Flocken schaffen es zu uns, während die Meldungen von neuen Schneefällen aus der Heimat kaum abreissen. Doch das Kloster Mariazell liegt nun einmal idyllisch am Oberen Zürichsee, der für sein mildes Klima bekannt ist. Da wollen wir uns wirklich nicht beschweren. Im Gegenteil: Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen und die Vögel beginnen zu zwitschern, wird uns erneut bewusst auf was für einem herrlichen Flecken Erde wir gelandet sind.

Ob es nicht langweilig ist im Kloster, wird gefragt. Keineswegs. Schon in den ersten Wochen gibt es viel zu erleben. Wir besuchen das Kloster Einsiedeln zur ökumenischen Vesper, feiern ausgiebig Fasnacht, lernen den Bischof Joseph M. Bonnemain und den Bischofsrat der Diözese Chur kennen und feiern mit ihnen gemeinsam Gottesdienst. Und schon sind wir einen ganzen Monat im Kloster! Das muss gefeiert werden ... darum laden wir alle Schwestern zu einem "Waffelschmaus" in unsere Novi-Stube ein. 

Wir erhalten Unterricht von Äbtissin Monika und üben uns im Singen der Psalmen mit Schwester Andrea. Jede von uns übernimmt ausserdem verschiedene Aufgaben im Kloster. Dazu gehören die Anleitung der Auszeitleute, die Pflege der Klosterbibliothek, das Läuten der Glocken zum Angelusgebet, die Betreuung verschiedener Bereiche im Klostergarten, Unterstützung bei den Bienen, die Pflege der Social-Media-Kanäle und von nun an auch das Schreiben dieses Blogs. Und hier siehst du uns beim "duftenden" Einkauf der neuen (Tee-)Kräuter für unsere Hochbeete. 

Wir freuen uns, wenn du uns in den kommenden Monaten hier begleitest und Freude daran hast, etwas über unser Leben im Postulat zu erfahren. Gerne kannst du uns deine Fragen schicken an: noviziat@klostermariazell.ch 

Wir wünschen dir eine besinnliche Vorbereitungszeit auf Ostern und einen schönen Frühlingsbeginn!


PS: Wenn du mehr über den Weg ins Kloster erfahren möchtest, findest du einiges dazu auf unserer Website und auch in unserem Berufungsbuch "Meinst du mich, Gott?".

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