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Berufung - Schwester werden

Schritte in die Klostergemeinschaft

Es ist alles ein Weg. Vom ersten Gedanken bis zum Entschluss in ein Kloster einzutreten vergehen meist Jahre. Und auch an der Schwelle zum Klosterleben erfolgt der Eintritt in die Gemeinschaft in Schritten. Kleinen und grossen. Ja, gemeinsam Gott suchen. In der Benediktsregel steht der wunderbare Satz: "Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes." Welche Verheissung!


Das erste Kennenlernen erfolgt vielfältig: Kloster auf Zeit, individuelle Klostertage oder das Sommerkloster sind unsere Angebote für suchende junge Frauen (bis ca. 45 Jahre). 

Gegenseitiges Kennenlernen 

Wenn eine Frau unser "anderes" Leben, das Leben als Zisterzienserin, intensiver kennenlernen möchte, kommt sie mehrmals zu Besuch, kürzer und länger. Diese Zeit des gegenseitigen Kennenlernens zwischen der Gemeinschaft und der Interessentin nennt unser Orden das Aspirantat. Es beinhaltet eine Reihe von Begegnungen und eine mehrwöchige Erfahrungszeit in der Gemeinschaft. 

Das Postulat (ca. 1 Jahr)

Der Klostereintritt ist ein wichtiger Schritt, damit betritt die junge Frau unbekanntes Neuland. Es gibt viel zu entdecken. Dafür braucht es Zeit.  Das ca. einjährige Postulat dient zur weiteren Klärung der Berufung. Die Postulantin macht konkrete Erfahrungen im Gemeinschaftsleben.

Das Noviziat (2 Jahre)

Der nächste Schritt, die eigentliche Ordens-Ausbildung, heisst Noviziat. Das Noviziat beginnt mit der Einkleidung. Die Beschäftigung mit der Bibel und der Benediktsregel, mit Ordens- und Klostergeschichte, Gesang usw. bereiten die Novizin darauf vor, nach zwei Jahren die Zeitliche Profess abzulegen. Auch externe Kurse gehören zur Ordensausbildung. - Das Ordenskleid ist vollständig weiss, d.h. der Habit (eine Art Tunika), darüber ein Skapulier (eine Art Schürze), ein Zingulum (Gürtel), ein Schleier und ein Chormantel. 

Die Zeitliche Profess (3 bzw. 5 Jahre)

Mit der Ablegung der Zeitlichen Gelübde beginnt ein weiterer Abschnitt. Die Zeitliche Profess erfolgt erst, wenn die Novizin deutlich spürt, dass sie den Weg im Kloster weitergehen möchte und auch die Gemeinschaft sieht, dass sie für dieses Leben berufen ist. Wir versprechen Gehorsam, Beständigkeit in der Gemeinschaft und ein klösterliches Leben in Ehelosigkeit und Armut. Die Schwester übernimmt neue Arbeitsbereiche und trägt dort Verantwortung, je nach Ausbildung und Fähigkeiten. Oft gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden. - Die Schwester trägt nun neu ein schwarzes Skapulier und ein schwarzes Zingulum.

Die Feierliche Profess

Mit der Feierlichen Profess am Ende der Probezeit bindet sich die Schwester definitiv und lebenslang an diese konkrete Gemeinschaft und wird Teil dieser Gemeinschaft. Was immer das Leben bringen mag, sie kann auf die anderen zählen und die anderen auf sie. Sie kann nun auch die Hauptverantwortung in verschiedenen Bereichen übernehmen und gestaltet mit uns einen lebendigen, zukunftsfähigen Ort. - Nun erhält die Schwester als "Vollmitglied" einen schwarzen Schleier und zudem die Kukulle. Das ist ein langes, faltenreiches Kleid mit sehr weiten Ärmeln. Es wird beim Gottesdienst getragen.  - Mehr Informationen zum Weg ins Kloster sind im Buch "Meinst du mich, Gott" und der dazugehörenden Website zu finden.

Ruft Gott mich?

Wer steigt mutig ins Boot ein - ins gemeinsame Leben in unserem Kloster?

Gott braucht Menschen! Viele unserer Träume, Projekte und Pläne hängen davon ab, wer unsere Gemeinschaft mitgestalten wird - und - welche persönlichen und beruflichen Kompetenzen jemand mitbringt. Wir freuen uns auf neue Gesichter in unserem wunderschönen Kloster am See. Menschen, die gerne mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Und ja, gleich vorneweg: Die Probezeit ist lang, manchmal stürmisch und zeigt, ob die Interessierte den Weg der Gottsuche gehen möchte, den Anforderungen gewachsen ist - und - ob die Gemeinschaft dies ebenfalls so sieht. Doch: Wer nichts wagt, gewinnt nichts. 

"Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes." (aus der Benediktsregel)

Einen ersten Einblick in unser benediktinisch geprägtes Leben erhalten Sie bei unserem neuen Angebot "Sommerkloster für Frauen", vom 27. Juni bis 03. Juli 2026! Und die Zukunftsträume unserer Gemeinschaft finden Sie unter diesem Link.


Zum Thema Berufung haben wir ein Buch geschrieben und eine Website kreiert:  "Meinst du mich, Gott? - Frauen auf dem Weg ins Ordensleben"

Wenn Sie mehr über unsere Schwesterngemeinschaft im Kloster Mariazell erfahren möchten: Hier sind unsere Schwesternporträts und unser Youtube-Kanal.


Was ist das, das Leben im Kloster? Es ist ein Leben auf der Suche nach dem Geheimnis des Lebens, der Liebe. Ein Leben in Fülle. Ja, es gibt ein "Mehr als alles", das ist unsere Erfahrung. Mit Gott, für Gott leben - zum Beispiel in einer klösterlichen Gemeinschaft. Ungewöhnlich? Ja, das ist es und das war es auch schon früher. Doch immer wieder entscheiden sich junge Frauen, diesen Weg zu gehen und in einer langen Probezeit zu prüfen, ob sie Gott in diese Lebensform berufen hat.


"Klostertage am See" - Diese sind dazu da, dass Sie das Leben in unserem Kloster vertiefter kennenlernen und Ihrer persönlichen Berufung nachspüren können. Unsere Schwesterngemeinschaft lädt interessierte Frauen bis ca. 45 Jahre herzlich ein, ein Wochenende (Daten in individueller Vereinbarung) hier zu verbringen und den Klosterrhythmus mitzuerleben. An den «Klostertagen am See» inspirieren wir mit Impulsen zur benediktinischen Spiritualität und durch Begegnungen mit Menschen, die diesen Weg gewählt haben.